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HAI Watch: The CHG Project Team Sitzend von links nach rechts: Carolyn Holder, RN, Klinische Krankenpflegeexpertin; Lilly Anickat, RN; Caroline Durkee, RN. Stehend von links nach rechts: Amy Hanik, RN; Mary Zellinger, RN, Klinische Krankenpflegeexpertin; Ashley Snyder, RN; Patti Berdini, RN      




Erfolg mit CHG-Bädern in der Intensivpflege

Reduzierung von Blutinfektionen und  Infektionen mit resistenten Organismen

Vermeidbare nosokomiale Infektionen (NI) sollen durch Krankenhäuser im ganzen Land durch viele innovative Methoden reduziert werden. Nach der Revision mehrerer Forschungsstudien zur Wirksamkeit von Chlorhexidinedigluconat-Tüchern (CHG-Tüchern) für die Reduzierung von Blutinfektionen und Infektionen mit resistenten Organismen beim Baden von kardiochirurgische Patienten startete das Emory University Krankenhaus in Atlanta, Georgia , sein eigenes Versuchsprojekt.


Im Dezember 2007 ersetzte Emory Seife und Wasser mit CHG-Tüchern für präoperative Hautpflege bei kardiochirurgischen Patienten. Während eines Gipfels zur Intensivpflege (Medical Intensive Care Unit – MICU) im Januar 2008 wurde nach weiterer Prüfung von Forschungsergebnissen und Ergebnissen bewährter Methoden für die Nutzung dieser Tücher die Entscheidung getroffen, die Verwendung von CHG-Tüchern unabhängig von der Aufnahmediagnose auf das tägliche Baden von Intensivpatienten (MICU) vor und nach der Operation auszuweiten.

Im Februar 2008 entwickelte ein Team von Gesundheits- und Krankenpflegern der Intensivstation einen Plan für tägliche Bäder mit CHG-Tüchern. Der Plan umfasste die Unterweisung der Mitarbeiter bezüglich der Methode, Häufigkeit, Verträglichkeit mit anderen Produkten, Gegenanzeigen und erforderlichen Dokumentation. Außerdem bot der Plan Informationen zum CHG-Badeprogramm für Patienten und deren Familienmitglieder.
Carolyn Holder, APRN-BC, MN, CCRN, Klinische Krankenpflegeexpertin und CHG-Projektleiterin: „Wir hatten Themengruppen mit unseren Krankenpflegern und Technikern, um Fragen anzusprechen, die sie zu den neuen Verfahren hatten, wie beispielsweise die Verträglichkeit mit anderen Hautpflegeprodukten. Alle Inhaltstoffe von aktuell verwendeten Hautpflegeprodukten wurden aufgelistet, um festzustellen, ob sie mit CHG kompatibel sind. Wir arbeiteten dann mit dem Bereich „Hospital Distribution“ zusammen, um erforderliche Produktänderungen vorzunehmen.“ 
Obwohl einige der Mitarbeiter dem Projekt anfangs skeptisch gegenüberstanden, beseitigten die Ergebnisse alle Zweifel. Innerhalb von drei Monaten nach der Einführung täglicher CHG-Bäder wurden die Raten von Blutinfektionen durch zentrale Venenkatheter sowie VRE- und MRSA-Infektionsraten von 3,6 pro 1000 Patiententage auf 1 pro 1000 Patiententage verringert. Gegenüber den sechs Monaten vor Beginn des CHG-Projekts sanken Blutinfektionsraten von 1,6 auf 0,73 auf den Intensivstationen für Herzchirurgie; von 4,39 auf 0,83 auf einer medizinischen Intensivstation (MICU); und von 2,35 auf 0,78 auf der zweiten medizinischen Intensivstation (MICU). 
Für diejenigen, die ein ähnliches Programm in Erwägung ziehen, haben Carolyn Holder und die zweite CHG-Projektleiterin Mary Zellinger, APRN-BC, MN, CCRN, Klinische Krankenpflegeexpertin, diesen Rat: „Es ist wichtig, Krankenpfleger und Techniker zu befähigen, indem sie in den Prozess der Projektentwicklung eingebunden werden. Es ist hilfreich, sie zu Daten der Infektionsraten vor und während dem Projekt und zur Einhaltung der Bäder auf dem Laufenden zu halten. Und das Loben der Mitarbeiter für gute Arbeit ist äußerst wichtig für den Erfolg des Projekts.“

Gegenüber den sechs Monaten vor Beginn des CHG-Projekts sanken Blutinfektionsraten von 1,6 auf 0,73 auf den Intensivstationen für Herzchirurgie; von 4,39 auf 0,83 auf einer medizinischen Intensivstation (MICU); und von 2,35 auf 0,78 auf der zweiten medizinischen Intensivstation (MICU).

Seit 1905 ist Emory Healthcare an der Spitze der Medizin und wendet hochmoderne interventionelle Forschung und Technologie an, um Leben zu retten. Als größtes und umfassendstes Gesundheitspflegesystem in Georgia hat Emory Healthcare 1.184 lizenzierte Patientenbetten, 9.000 Mitarbeiter und über 20 Gesundheitszentren im Großraum Atlanta.

 

HAI Watch:Renee Watson Renee Watson, Systemmanager der Abteilung Infektionsprävention Children's Healthcare of Atlanta      


Gute Gesundheit liegt in Ihren Händen

Eine Initiative zur Verbesserung der Handhygiene

Als Renee Watson 2006 als Systemmanager für Infektionskontrolle (jetzt Prävention) zur Gesundheitsfürsorge für Kinder in Atlanta (Children's Healthcare of Atlanta - CHOA) kam, war Handhygiene gerade zu einem Bereich mit vorrangigem Verbesserungsbedarf erklärt worden. Eine versuchsweise Prüfung der Joint Commission (vorher Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organizations - JCAHO) im August desselben Jahres, durchgeführt vom Krankenhaussystem, brachte die Erkenntnis, dass die Einhaltung der Handhygiene bei ungefähr 30 % lag.

Renee und ihr Team aus klinischen Personalleitern arbeiteten an der Entwicklung eines Programms, um alle 7.000 Mitarbeiter von CHOA – und die Patienten der Krankenhäuser – über die Wichtigkeit einer guten Handhygiene aufzuklären und für deren Einhaltung in jedem Bereich der Einrichtungen zu sorgen. Das Projekt „Gute Gesundheit liegt in Ihren Händen – Eine Initiative zur Verbesserung der Handhygiene“ wurde im November 2006 mit dem Ziel einer Einhaltungsrate der Handhygiene von 100 % gestartet. Eine schnelle Einsatzgruppe wurde mit der Entwicklung und Umsetzung von Leistungsverbesserungsprozessen beauftragt, darunter:

    HAI Watch: Part of CHOA’s “Good Health Is In Your Hands “ Taskforce Teil der Einsatzgruppe von „Gute Gesundheit ist in Ihren Händen“ des CHOA: Sandra McClain, Donna Stevenson, Nancy Sexton, Judy Leonard, Barbara Goldberg-Ross, Jennifer Johnson, Barbara Towne, Shirley Garner, Amp Sathiphone, Vicky Voris, Emily Dawson, Monay Sanders, Beverly Williams, Jennifer Waldron, Lea Kendrick, Mary Moore, Natalie Leveille, Nickie Graves, Renee Watson, Lara Bucklew
  • Aufklärung und Marketing-verwendet Werkezeuge wie Erinnerungsnachrichten zur Handhygiene im nichtöffentlichen Fernsehen, auf laufenden Bildschirmen in den Einrichtungen und sogar in Warteschlangennachrichten im Telefonsystem; Broschüren zur Bedeutung der Handhygiene und Anleitungen zu richtigen Händewaschtechniken sowohl für Mitarbeiter als auch für Patienten
  • Monitoring-fortlaufende Bewertung der Einhaltung der Handhygiene und
  • Produktbewertung-Bewertung der Effektivität und Verfügbarkeit von Handhygieneprodukten

    Laut Renee „war es eine Änderung im Verantwortungsbewusstsein, öffentlich zuzugeben, dass wir nicht perfekt waren. Aber die positiven Seiten, solche wichtigen Probleme anzugehen und so beeindruckende Ergebnisse zu erzielen, übertreffen die Herausforderungen bei Weitem.“
 
Innerhalb von 19 Monaten nach dem Programmstart stieg die gemessene und beobachtete Handhygieneeinhaltung von 30 % auf 91 %. Außerdem erreichte CHOA eine Reduzierung von Blutinfektionen durch Katheter (CaBSI)um 60 %, rettete möglicherweise das Leben von 12 Patienten (zurückführbar auf CaBSI-Sterblichkeitsraten) und vermied Kosten von 1,2 Millionen USD, verglichen mit demselben Zeitraum vor Beginn des Handhygieneprogramms. Es gab auch Nebeneffekte, wie z. B. eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Pflegepersonal, Führungskräften und medizinischem Personal (Ärzten), um eine Kultur des gegenseitigen Verantwortungsbewusstseins und der Transparenz in allen Disziplinen im Krankenhaussystem zu schaffen. 
HAI Watch:Children’s Healthcare of Atlanta
Für alle, die ein ähnliches Programm einsetzen möchten, hat Renee diesen Ratschlag: „Nutzen Sie alle Ressourcen, die Ihnen zur Verfügung stehen, einschließlich Mitarbeiter von Marketing und Medienarbeit. Diese Leute sind sehr kreativ und haben tolle Ideen, wie Sie Ihre Nachricht verbreiten können. Schließen Sie Ihre Hauptbeteiligten so früh wie möglich mit ein, besonders Ärzte, die ansonsten nur zögerlich ein solches Programm unterstützen würden. Geben Sie Ihrem Programm einen Namen und halten Sie es frisch. Wir befinden uns jetzt in der zweiten Phase unseres Programms mit dem Slogan „Aufschäumen". Diese Nachricht ist überall, auf Stiften, Aufklebern, Tatoos, Spiegelklammern, Namensschildern und Kaffeetassen. Und dies gibt dem gesamten Personal das Gefühl, mitbestimmen zu können, fordert Ideen von allen und beteiligt sie an Elementen wie das Erfinden von Slogans.“

Children's Healthcare of Atlanta pflegt jährlich mehr als eine halbe Million Patienten und betreibt drei Krankenhäuser im Großraum Atlanta, Georgia:

  • 510 Patientenbetten in drei Kinderkrankenhäusern
  • 16 Nachbarschaftsstandorte, darunter:
      - Vier Zentren für Soforthilfe
      - Ein Grundversorgungszentrum
      - Marcus Autism Center
  • 7.000 Mitarbeiter
  • Zugang zu über 1.400 Kinderärzten

Innerhalb von 19 Monaten nach dem Programmstart stieg die gemessene und beobachtete Handhygieneeinhaltung von 30 % auf 91 %.


 

HAI Watch: Young, Kathy Kathy Young, Chief Nursing Officer      




Stärkung des Bewusstseins zur Vorsicht bei Operationen

Ein Projekt zur Infektionsprävention und Sicherheit


2006 starteten das Institute for Healthcare Improvement, die Centers for Medicare and Medicaid Services und acht weitere führende Gesundheitsorganisationen ein zweijähriges Projekt für die Verbesserung der chirurgischen Pflege (Surgical Care Improvement Project - SCIP) mit dem Ziel, Operationskomplikationen erheblich zu verringern.

Nach den SCIP-Richtlinien entwarf ein multidisziplinäres Team mit Mitgliedern aus dem gesamten Spektrum der Chirurgie-Patientenpflege im North Fulton Regional Hospital unter der Leitung von Chief Nursing Officer Kathy Young das Programm „Stärkung des Bewusstseins zur Vorsicht bei Operationen: Ein Projekt zur Infektionsprävention und Sicherheit“ mit dem Modell Planen-Ausführen-Prüfen-Handeln für Operationsverbesserungen.


Während der Planungsphase wurden mehrere Schlüsselinitiativen zur Verbesserung identifiziert. Diese umfassen u. a. die Ausbildung von Klinikern zu den evidenzbasierten Richtlinien von SCIP, die Bereitstellung von Informationen zu verbesserungsbedürftigen Bereichen (z. B. bezüglich der Durchführung von Operationen an der falschen Stelle oder der Durchführung der falschen Operation sowie bezüglich postoperativer Infektionen und der Risiken von Hypothermie) und die Neugestaltung von Routinemaßnahmen zur Förderung einer sicheren Chirurgieumgebung.
In der Ausführungsphase wurde mithilfe der SCIP-Methode ein gezieltes Aufklärungsprogramm für Chirurgen und medizinisches Personal entwickelt, und es wurden in einem Zeitraum von 24 Monaten verbesserte Sicherheitsmaßnahmen im OP-Saal eingeführt. Einige davon umfassen die Anwendung einer antimikrobiellen Prophylaxe innerhalb einer Stunde nach Operationsbeginn; die Verwendung einer Haarschneidemaschine anstelle eines Rasierapparats für die Entfernung von Haaren des Patienten vor der OP zur Vermeidung kleiner Schnitte, durch die Bakterien eintreten könnten; die Verwendung von Wärmedecken und Überwachung der Körpertemperatur des Patienten während der Operation zur Erhaltung der Normothermie; und die Markierung des Körperteils des zu operierenden Patienten und der Art des Eingriffs, bevor der Patient anästhesiert wird.


Die Überprüfungsphase zeigte, dass der Gesamtdurchschnitt der SCIP-Daten gegenüber dem Vorjahr um 46 % anstieg und dass sich die Berichte des Personals zu unerwünschten Ereignissen fast verdreifachten. Unvorhergesehene Ereignisse sanken auf einen Fall pro Jahr, verglichen mit 1,6 im Vorjahr. (Ein unvorhergesehenes Ereignis ist ein unerwarteter Vorfall mit Todesfolge oder schwerwiegender körperlicher oder psychologischer Schädigung oder dem Risiko dafür. Schwerwiegende Schädigung ist beispielsweise der komplette Verlust oder der Verlust der Funktionsfähigkeit einer Gliedmaße. Diese Ereignisse signalisieren die Notwendigkeit einer umgehenden Untersuchung und Reaktion.

 

Während der Handlungsphase beschloss das Team, alle Änderungen in der Pflege von Chirurgie-Patienten dauerhaft umzusetzen.

Seit der Umsetzung des Projekts hat das North Fulton Regional Hospital 90 bis 100 % der SCIP-Indikatoren eingehalten. Die Gesamtrate von postoperativen Wundinfektionen sank von 1,02 % in 2006 auf 0,54 % am Ende des ersten Quartals 2008. Es wurden für das Jahr keine unvorhergesehenen Ereignisse bei Operationen gemeldet.

Laut Kathy Young gab es „mehrere wichtige Elemente für unseren Erfolg. Eines war die Einbindung aller Abteilungen im Krankenhaus zur Reduzierung des Risikos von Kreuzkontaminationen, bevor Patienten in den OP-Saal kommen und nachdem sie ihn verlassen. Ein weiteres war die Einrichtung der „JUST-Culture“, die Mitarbeiter ermutigt, unerwünschte Ereignisse über einen Meldeprozess ohne Bestrafung zu melden. Und die Bekräftigung des neuen Protokolls mit Time Out-Postern in den OP-Sälen, die Klinikmitarbeiter an eine letzte Überprüfung vor der Operation erinnern, war auch hilfreich.“

    HAI Watch:GHA Von links nach rechts: Brian Waltmann, MD; Lin Sherbinski, CRNA; Chris Cline, CRNA; Sandi Huskey, RN; Rhonda Perkey, RN; Beth Carlson, RN; Cindy Savor, RN; Oliver Maher, MD

Die Gesamtrate von postoperativen Wundinfektionen sank von 1,02 % in 2006 auf 0,54 % am Ende des ersten Quartals 2008.

 

Das North Fulton Regional Hospital in Roswell, Georgia, wurde 1983 eröffnet und dient North Fulton und umliegende Countys mit einem Team von über 1000 Mitarbeitern, 400 Ärzten und 200 Freiwilligen. Das Krankenhaus mit 202 Betten ist ein vom Staat eingestuftes Level II-Traumazentrum und bietet mit seinen Zentren und Programmen ein Kontinuum an Leistungen, darunter Neurologie, Orthopädie, Rehabilitation, Operationen, Adipositaschirurgie, Gastroenterologie und Onkologie. Das Krankenhaus ist voll anerkannt und außerdem von der Joint Commission on the Accreditation of Healthcare Organizations, der ältesten und größten Krankenhaus-Akkreditierungsagentur des Landes, als primäres Schlaganfallzentrum zertifiziert.

 

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